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19. Okt
Fre

Gerade gelesen:

The idea is to die young as late as possible.

Na?

19. Okt
Fre

Die Entscheidung noch Systemprogrammierung ausm Folgesemester zu belegen kam ja eigentlich recht spontan – genau genommen einen Tag vorher. Es hieß, Python wäre das Thema. Nun gut, keine Ahnung was eine Skriptsprache mit Systemprogrammierung zu tun hat, dachte ich mir, aber das wird schon.
So richtig viel besser wurde es dann aber nicht. Vom Dozenten im Labor erst einmal dazu abbestellt, mir die ersten zwei Vorlesungsfolien anzusehen, um einen groben Überblick über die Sprache zu bekommen, saß ich dann da in der Hoffnung, es würde irgendwie weitergehen. Python ist nicht wirklich mein Liebling, das weiß ich jetzt schon. Ja, schön und gut, es kann wohl “out of the box” alles was man brauchen könnte, Google findet’s toll, YouTube findet’s toll (oh, ist ja Google), na und? Nur weil C++ nicht mit Boost verkauft wird? Wo sind die Fanfaren weil microsoft.com in ASP geschrieben ist? Und außerdem, es ist ja nun nicht so, dass Python das alles inklusive hätte – laden muss ich die Module ohnehin in jedem Fall!

Als es dann mal soweit war, dass mein Dozent etwas Zeit für mich fand durfte ich dasselbe Programm erfahren wie ein Kommilitone kurz zuvor: Gehen Sie mal dahin (link), schauen Sie mal das an (link), tippen sie mal pygtk-demo, hier drei Demos, alles nur mit zwei, drei, vier, klicken sie mal da, fünfundzwanzig Zeilen. (Fliegende Pixel. Eye Candy. Geht in C nicht so leicht. Oder in Assembler. Wahnsinn.) “Schauen sie sich das mal an, nach der Pause schreiben wir dann mal ein kleines Programm.”
Pause. Nichts. Irgendwann dann ein Fingerzeig auf ein Feedparser-Modul: “Folgen Sie mal dem Beispiel. Schreiben Sie mal einen Feedreader”. KTHX

haiomgwtf  screenshot
hai python
kthxbai python

Fertig. Aber verdammt! Was ist eigentlich das große Ganze? Was sind die Laboraufgaben? Wohin geht der Kurs? Skript = null input; Dozent überall, aber nie erreichbar. Das Labor ist der totale Nerventöter, keine Ahnung wie ich das überleben soll!

Die Zeit verfliegt.

Als die Sendung vorbei war habe ich ihn dann nochmal abgefangen; Ich wollte mich ja immerhin noch in den Kurs einschreiben. (Machen muss ich den Kurs eh) Wir reden kurz, ich versuche ich mehr über diesen Kurs zu erfahren.

Er sagt: “Sie werden Python lieben”, wäre doch toll das alles.
Ich: “Na ja … irgendwie nicht …”
Er: “Was haben Sie denn vorher programmiert?”
Ich: “BASIC, Pascal, C, C++, C#”; Java, Assembler, den Skriptkram und die Floskel “aufm C64″ habe ich vergessen

“Geben Sie Python eine Chance.”

Da musste ich schmunzeln. Ich glaub das war der Moment, ab dem ich das Gefühl bekam, in dem Kurs vielleicht doch nicht ganz falsch zu sein.

Abschließend bleibt vielleicht noch zu sagen, dass meine Planung ursprünglich darauf hinaus lief, dass ich mir die Vorlesung danach – 16:00 bis 17:30 – schenke. Ich wusste ja nicht einmal wo der war. Aber da mich mein Dozent dann doch so inständig darum bat (“Ja, nein, kommen Sie mal zur Vorlesung”) und sie obendrein auch noch direkt im Anschluss war, ging ich dann doch hin. H5, das erste Mal seit Beginn des Studiums Vorlesung in einem Hörsaal. Wäre auch blöd gewesen nicht zu kommen: Nicht nur, dass ich ja eben noch mit ihm plauschte und mich aufn letzten Drücker in den Kurs einschrieb (war ihm irgendwie auch nicht wirklich wichtig wie spät das war), es waren auch kaum mehr als eine Handvoll Leute da. Nichtsdestotrotz, oder aber gerade deswegen: Die folgende anderthalbe Stunde – ein Uniblock voller Eigenwerbung, Andrew S. Tanenbaum, Minix 3, CCCamp, Anekdoten und vielleicht 10% Python – war ich im Grunde nur am Lachen. (Mal abgesehen von den Momenten, in denen Mr.
‘Ich benutz Ruby sogar zum Hinternabwischen wenn mir langweilig ist, weil ich so toll bin’ mal wieder das Wort ergriff (40% der Zeit), der mir schon bei maschinenorientierter Programmierung den Spaß genommen hat – Luft holen – weil er permanent den Dozenten mit seinem “Ja, haha, unter Windows in der virtuellen Maschine … da stürzt das ständig ab … ha ha … Windows … Linux … haben Sie eigentlich schon … kennen Sie schon … ÄTZ!” beackern musste und mich daran hinderte meine Probleme mit dem Thema zu klären. Augenrollen hilft bei dem zwar nicht, trotzdem tun es alle. Dankeschön fürs Zuhören.)

zzz

Nun gut, Python und ein Dozent, der im CCC mitmischt, also. Ich schätze mal, wenn man sich darauf einlässt, dann geht es. Vielleicht sogar ohne Verbiegungen.

Oh, und nächstes Semester wahrscheinlich Compilerbau. Hab den Dozenten heute mal im Softwareentwickungslabor getroffen und das sah alles recht lustig aus. Die Story: Ich auf der Suche nach dem Dozenten vom C-Kurs, den ich schon so lange rausschiebe. Da ist jemand, ich quake ihn an: “Sind Sie Herr Kempfer?” – “Ja” – “Sehr gut. Kann ich in dem Kurs, der gleich anfängt noch einsteigen?” – “Der gleich aufhört meinen Sie” – “Um 10 denk ich” – “Ist ja aber auch schon fast Ende der Einschreibefrist, der Kurs läuft ja schon seit vier Wochen. Die Leute hier haben ja schon zwei Übungen hinter sich und schon vier Compiler geschrieben”. Ich gucke ihn mit großen Augen an. C? Zweites Semester? Compiler? “Na kaum, oder?” Wir lachen. Er fragt: “Sie sind Technische Informatik-Bachelor oder?” – “Ja” … irgendwie ging das Gespräch noch viel verwirrender weiter, bis er dann irgendwann begriff, was ich wollte und ich begriff, dass er nicht Herr Kempfer, mein Dozent war. Da hat wohl einer beim Fragen genuschelt …